Richtig kündigen ist kein Geheimnis

Kündigungsfrist richtig berechnen,
um dann den Vertrag richtig zu kündigen.
Lesen Sie hier ein Kurzmemo der wichtigsten Punkte zu diesem Thema

Mit den Stichworten "Vertrag kündigen" oder "Frist berechnen" auf der Suche nach den richtigen Antworten. Hier erklären wir, wie ein Arbeitsvertrag, Mietvertrag, Handyvertrag oder sonstige Dauervertrag richtig gekündigt wird.

Eine mögliche Kündigungsklausel in Ihrem Vertrag könnte lauten:


Kündigen können Sie zwei Wochen zum Ende des Quartals in schriftlicher Form.

Was ist, wenn ich gerade am Anfang des Quartals bin? Muss ich dann mit meinem Kündigungsschreiben dann bis zwei Wochen vor dem Quartalsende warten?

Nein, natürlich nicht! Eine Kündigungsklausel sagt nur aus, wann Ihre Kündigung spätestens beim Vertragspartner vorliegen muss, damit diese noch fristgerecht zu Ihrem Wunschtermin berücksichtigt werden kann. In unserem Beispiel also mindestens zwei Wochen vor dem Ende des Quartals. Wenn Sie z.B. Ende des vierten Quartals kündigen möchten (31. Dezember), dann können Sie Ihr Kündigungsschreiben durchaus auch bereits im vorherigen Februar versenden. Spätestens muss es allerdings zwei Wochen vor dem 31. Dezember beim Vertragspartner vorliegen und wirksam zu sein.

Wann beginnt die Kündigungsfrist zu laufen?

Die Frist beginnt ab dem Zeitpunkt zu laufen, ab dem Ihr Vertragspartner für gewöhnlich Kenntnis von der Kündigung nehmen kann - also zu geschäftsüblichen Zeiten. In unserem Beispiel müssen demnach von der Kenntnisnahme des Vertragspartners bis zum Quartalsende zwei Wochen Platz dazwischen sein.

Was ist mit Feiertagen und Wochendenden?

Feiertage und Wochenenden sind bei der Kündigung des Vertrags nur für den Fristbeginn interessant. Wie gerade oben beschrieben, muss der Vertragspartner die Möglichkeit haben, von der Kündigung Kenntnis zu nehmen. Das kann er nicht am Wochenende (außer samstags bei einer Sechs-Tage Woche), an Feiertagen und außerhalb der üblichen Geschäftszeiten (z.B. um Mitternacht).

Beispiel: Werfen Sie Ihre Kündigung persönlich am Samstagabend, den 30.03.2013 um 22:00 Uhr in den Briefkasten des Vertragspartners. Dann ist dies zum einen außerhalb der üblichen Geschäftszeiten - die Kündigungsfrist beginnt noch nicht zu laufen. Der Sonntag steht dem Fristlauf ebenfalls entgegen. Montag der 01.04.2013 ist Ostermontag und damit ein Feiertag. Der Fristlauf beginnt also erst ab Dienstag, den 02.04.2013.

Normaler Brief oder per Einschreiben?

Wer seinen Arbeitsvertrag, seinen Mietvertrag oder Handyvertrag kündigen möchte, stellt sich immer die Gretchenfrage, wie er die Kündigung verschicken soll, damit diese auch wirklich berücksichtig wirkt. Eine schriftliche Kündigung erfordert in jedem Fall Ihre eigenhändige Unterschrift. Eine normale E-Mail ohne Unterschrift ist zumeist nicht ausreichend.
Tipp 1: Schicken Sie Ihr eigenhändig unterschriebenes Kündigungsschreiben vorab per Fax, um eine Faxbestätigung zu erhalten.
Tipp 2: Ein normaler Brief sollte ausreichend sein bei Großunternehmen, die es sich nicht leisten können/wollen, einen schlechten Ruf alleine deshalb zu erhalten, weil Sie Kündigungsschreiben absichtlich ignorieren.
Tipp 3: Im Zweifel schicken Sie ein Einwurfeinschreiben oder zahlen etwas mehr und nutzen ein Übergabeeinschreiben.
Tipp 4: Setzen Sie in Ihren Schreiben eine Frist mit der Bitte, die Kündigung schriftlich zu bestätigen, gerne auch "schnell" per E-Mail. Das Fristsetzen hat zwar keinen rechtlichen Hintergrund, kann aber unbewusst beim Gegenüber einen leichten Druck ausüben, damit er entsprechend schnell reagiert.

Abschließender Hinweis

Planen Sie immer etwas mehr Zeit für Ihre Kündigung ein. Kündigen Sie also nicht auf den "letzten Drücker".
Um sicher zu gehen, wie Sie fristgerecht Ihren Vertrag kündigen, nutzen Sie den